Luxemburg – Zahl der Leiharbeiter geht deutlich zurück

Publiziert

LuxemburgZahl der Leiharbeiter geht deutlich zurück

LUXEMBURG – Im vergangenen März und April ist die Zahl der Leiharbeitnehmer im Vergleich zu denselben Monaten im Vorjahr deutlich zurückgegangen.

Die Mehrheit der Leiharbeiter ist im Baugewerbe tätig.

Die Mehrheit der Leiharbeiter ist im Baugewerbe tätig.

Editpress/Julien Garroy

In den letzten Jahren war der Anteil der Leiharbeiter in Luxemburg stets relativ konstant: 1,8 Prozent im Jahr 2015, zwei Prozent von 2016 bis 2018 und 1,9 Prozent im Jahr 2019. Diese Zahlen haben die Arbeits- und Wirtschaftsminister Dan Kersch (LSAP) und Franz Fayot (LSAP) am Montag in einer Antwort auf die parlamentarische Frage der CSV-Abgeordneten Marc Spautz und Félix Eischen veröffentlicht. Doch «aufgrund der Corona-Pandemie, ist die Zahl der Zeitarbeitnehmer im März und April im Vergleich zu denselben Monaten 2019 deutlich zurückgegangen».

Im März und im April vergangenen Jahres waren jeweils 9.708 und 9.454 Leiharbeitnehmer in Luxemburg tätig. Dies entspricht 2,2 Prozent der Gesamtbeschäftigung dieses Jahres. Ein Jahr später ist die Zahl auf 3311 Beschäftigte (0,7 Prozent) im März und auf 4306 (ein Prozent) im April gefallen. Wie die Minister weiter mitteilen, überlege die Regierung, wie Leiharbeitnehmer besser geschützt werden können . «Diese Verträge sind oft heikel. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen, die einen Zeitarbeitsvertrag unterschrieben haben, weiterhin eine gewisse Stabilität und Sicherheit genießen können», so Kersch und Fayot.

Insbesondere Grenzgänger im Baugewerbe

Die aktuelle Krise unterstreiche die Anfälligkeit gewisser Arbeitnehmer – insbesondere Leiharbeitnehemer – noch deutlicher, so die beiden Minister. Konkrete Details über Regierungspläne haben sie allerdings nicht genannt. Der Frage, ob es sinnvoll sei, einen unbefristeten Zeitarbeitsvertrag zu schaffen, sind sie ausgewichen. «Die Regierung wird die verschiedenen Möglichkeiten ausloten und eine entgültige Entscheidung nach Anhörung der Sozialpartner treffen», sagen sie. Leiharbeit führt nur selten zu einer Festanstellung. Von den 29.828 Leiharbeitsstellen im Jahr 2019 führten insgesamt 2842 (9,5 Prozent) zu einer Festanstellung.

Doch wer sind eigentlich Leiharbeiter? Die Mehrheit sind Grenzgänger, 61 Prozent kommen aus Frankreich, neun Prozent aus Belgien und drei Prozent aus Deutschland. Ein Viertel der Leiharbeiter lebt in Luxemburg, die restlichen zwei Prozent kommen aus dem Ausland. Die Altersverteilung liegt zwischen 25 und 55 Jahren und ist relativ ausgeglichen. Der Großteil ist zwischen 25 bis 34 Jahre alt, 25 Prozent liegen zwischen 35 bis 44 Jahren und die restlichen 22 Prozent sind zwischen 45 und 54. Die unter 25-Jährigen machen 14 Prozent der Leiharbeitnehmer aus, die über 55-Jährigen elf Prozent. «Leiharbeit wird hauptsächlich im Baugewerbe (40 Prozent), in der Industrie (16 Prozent) und im Handel (acht Prozent) ausgeübt», erläutern die Minister.

(jw/L'essentiel)

Deine Meinung