Kriminalität in Luxemburg – Zahl der Straftaten steigt deutlich an

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Kriminalität in LuxemburgZahl der Straftaten steigt deutlich an

LUXEMBURG - Innerhalb eines Jahres ist die Kriminalitätsrate um fast 15 Prozent gestiegen. Die Zahl der Einbrüche und der Übergriffe auf Personen hat stark zugenommen.

Mehr Einbrüche, mehr Übergriffe auf Personen und mehr häusliche Gewalt: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Straftaten deutlich angestiegen. Das geht aus dem Kriminalitätsbericht hervor, den Innenminister Jean-Marie Halsdorf (CSV) am Montagmorgen vorgestellt hat.

Um fast 15 Prozent ist demnach die Kriminalitätsrate innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen. 2011 verzeichnete die Polizei 6975 Straftaten pro 100 000 Einwohner. Im Vorjahr waren es 6 081 Straftaten.

Mehr Einbrüche

Besonders die Zahl der Einbrüche ist deutlich angestiegen: Listete die Polizei 2010 noch 1487 Einbrüche auf, waren es 2011 insgesamt 2 206. Besonders beliebt bei Dieben waren Wohnhäuser: Die Zahl der Einbrüche bei Privatleuten stieg um 60 Prozent.

Organisierte Kriminalität, zu der auch Geldwäsche zählt, taucht in der Kriminalitätsstatistik nicht auf. Luxemburg sei jedoch kein «Ziel der Großkriminalität», erklärte Minister Halsdorf.

Mehr Übergriffe auf Personen

Ein weiterer Trend hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt: So ist die Zahl der Übergriffe auf Personen von 6134 Gewalttaten im Jahr 2010 auf 7216 im Jahr 2011 gestiegen. Das entspricht einem Plus von 17,6 Prozent. Bereits im Vorjahr war die Zahl der Übergriffe um gut 50 Prozent gestiegen.

Immer häufiger gemeldet werden auch Übergriffe, die im familiären Umfeld stattfinden: Registrierte die Polizei 2010 noch 589 Fälle von häuslicher Gewalt, waren es 2011 bereits 675. Auch die Zahl der Wohnungsverweise, mit denen mutmaßliche Täter ihrem Opfer ferngehalten werden können, stieg von 264 (2010) auf 331 im vergangenen Jahr.

sb/L’essentiel Online mit Chloé Murat/Jmh

44 Prozent der Straftaten aufgeklärt

Von den insgesamt gut 35 000 Strataten hat die Polizei gut 44 Prozent aufgeklärt, wie Polizeisprecher Vic reuter auf Anfrage von L'essentiel Online erklärt.

Einbrecher stammen eher aus dem Ausland, Gewalttäter eher aus dem Inland?

Bei den aufgeklärten Fällen (es geht daqbei um polizeiliche Ermitlllungen, nicht um die eventuellen juristischen Folgen) wird laut der Polizei ein weiterer Trend deutlich: So werden immer mehr Straftaten von Personen verübt, die über die Grenzen kommen. In gut zwei Dritteln der Fälle stammten die Übeltäter nach Angaben des Statistikbeauftragten der Polizei aus dem Ausland.

Doch bei der Angabe der Herkunft muss zwischen der Art der Straftaten unterschieden werden, weiß Vic Reuter: «Während bei Einbrüchen und Sachbeschädigungen hauptsächlich gegen Personen ermittelt wird, die nicht in Luxemburg wohnen, ist es bei Übergriffen auf Personen und Vandalismus genau andersherum.»

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