Türkei: Zahlreiche Festnahmen in der Türkei zum Jahrestag der Gezi-Proteste
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TürkeiZahlreiche Festnahmen in der Türkei zum Jahrestag der Gezi-Proteste

Bei Demonstrationen zum 9. Jahrestag der Gezi-Proteste in der Türkei sind zahlreiche Menschen festgenommen worden. Allein in Istanbul seien 169 Menschen am Dienstagabend von der Polizei in Gewahrsam genommen worden.

Turkish riot policemen clash with protestors near Taksim square in Istanbul on May 31, 2022, as the police blocked the access to the square during the ninth anniversary of the Gezi park and Taksim square demonstrations. - People gathered on May 31, 2022 to mark the ninth anniversary of Gezi park at Taksim square. In 2013, what started as a small campaign to save the Gezi Park from the bulldozers eventually drew an estimated three million protesters in an outpouring of anger at the perceived authoritarian tendencies of Erdogan's Islamic-rooted government. (Photo by Bulent Kilic / AFP)

Türkische Polizisten gehen hart gegen Demonstranten vor.

AFP

Bei Demonstrationen zum 9. Jahrestag der Gezi-Proteste in der Türkei sind zahlreiche Menschen festgenommen worden. Allein in Istanbul seien 169 Menschen am Dienstagabend von der Polizei in Gewahrsam genommen worden, sagte die Anwältin Ezgi Önalan der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Vier davon seien noch nicht freigelassen worden. Die Anwältin warf der Polizei vor, «unrechtmäßig» gehandelt und Tränengas gegen die Protestierenden eingesetzt zu haben. Auf der Polizeistation seien vier Menschen geschlagen worden.

Am Dienstagabend hatten kleinere Gruppierungen in der Nähe des Taksim-Platzes in Istanbul den Slogan «Überall ist Taksim, überall ist Widerstand» gerufen. Die Polizei unterband die Proteste mit teilweise brutalem Vorgehen, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Auch in zahlreichen anderen Städten gingen Menschen auf die Straße.

Ende Mai 2013 hatten die Gezi-Proteste am Taksim-Platz ihren Ausgang genommen. Sie richteten sich ursprünglich gegen ein geplantes Bauprojekt auf dem Areal des Gezi-Parks am Taksim. Die Demonstrationen weiteten sich zu landesweiten Protesten gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan und die regierende islamisch-konservative AKP aus. Die Regierung ließ die Proteste brutal niederschlagen. Zahlreiche Menschen sitzen wegen der Teilnahme an den Protesten in türkischen Gefängnissen.

(DPA)

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