Reisechaos: Zahlreiche Fluggäste in Frankfurt wegen Warnstreiks gestrandet

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ReisechaosZahlreiche Fluggäste in Frankfurt wegen Warnstreiks gestrandet

Wegen des Verdi-Warnstreiks bei Lufthansa sind zahlreiche Passagiere am Frankfurter Flughafen gestrandet. Auch der Luxemburger Findel ist von einem Flugausfall betroffen.

dpatopbilder - 27.07.2022, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Reisende stehen in Schlangen vor den Check-In-Schaltern im Terminal. Wegen des Verdi-Warnstreiks hat die Lufthansa für Mittwoch (27.07.2022) nahezu ihren kompletten Flugplan abgesagt. Foto: Roberto Pfeil/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Passagiere warten am frühen Morgen am Frankfurter Flughafen auf eine Reisemöglichkeit. Wegen des Warnstreiks hat die Lufthansa für Mittwoch nahezu ihren kompletten Flugplan abgesagt.

Roberto Pfeil/dpa

Wer heute vor hatte von Luxemburg nach München zu fliegen, musste seine Pläne kurzerhand umschmeißen, denn der Warnstreik der Verdi am heutigen Mittwoch hat den Flugverkehr für weite Teile Europas stark beeinträchtigt.

Nach anfänglicher Leere im Terminal bildeten sich am Mittwochvormittag vor den wenigen besetzten Schaltern lange Schlangen von Reisenden. Es handelte sich Augenzeugen zufolge meist um ausländische Touristen, die ihren Weiterflug umbuchen wollten.

Lufthansa hatte bereits am Vortag die Passagiere gebeten, sich möglichst auf digitalen wegen mit dem Unternehmen in Verbindung zu setzen, um neue Flüge oder zwischenzeitliche Unterkünfte zu organisieren. «Hier am Flughafen können wir derzeit leider kaum helfen», sagte ein Unternehmenssprecher vor Ort. Es sei zudem wegen der meist stark gebuchten Flüge sehr schwierig, in den kommenden Tagen alternative Reisemöglichkeiten zu finden. In einzelnen Fällen könne es sein, dass Gäste mehrere Tage lang auf ihren Weiterflug warten müssten.

«unnötig, überzogen und viel zu umfänglich»

Verdi und Lufthansa hielten sich gegenseitig vor, für die Lage verantwortlich zu sein. Lufthansa habe bewusst darauf verzichtet, nach der Warnstreikankündigung noch einmal zu verhandeln, sagte Verdi-Streikleiter Marvin Reschinsky. Er hoffe nun auf ein schnelles, gutes Ergebnis. «Wir erwarten ganz klar, dass Lufthansa in der nächsten Woche nachlegt, damit der Luftverkehr wieder läuft.» Ein hoher Abschluss sei auch ein Entlastungssignal an das Bestandspersonal, wenn Lufthansa Neueinsteigern attraktivere Jobs anbiete.

27.07.2022, Hessen, Frankfurt/Main: Teilnehmer eines Demonstrationszuges von Verdi gehen hinter einem Transparent mit der Aufschrift «Ready for Respekt» am Frankfurter Flughafen entlang. Wegen des Verdi-Warnstreiks hat die Lufthansa für Mittwoch (27.07.2022) nahezu ihren kompletten Flugplan abgesagt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Frank Rumpenhorst/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Teilnehmer eines Demonstrationszuges von Verdi gehen hinter einem Transparent mit der Aufschrift «Ready for Respekt» am Frankfurter Flughafen entlang.

Frank Rumpenhorst/dpa/Frank Rumpenhorst/dpa

Lufthansa-Sprecher Martin Leutke bezeichnete den Warnstreik als «unnötig, überzogen und viel zu umfänglich». Das Unternehmen habe schließlich ein substanzielles Angebot vorgelegt, über das man weiter hätte sprechen können. Verdi habe sich aber entschieden, den Konflikt auf dem Rücken der Passagiere auszutragen. «So einen Streik hätte es nicht gebraucht.»

Am größten deutschen Airport wurden am Mittwoch 725 von 1160 geplanten Flügen abgesagt, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport erklärte. Damit sind auch Flüge anderer Gesellschaften betroffen, die üblicherweise vom Lufthansa-Bodenpersonal mitbetreut werden. Lufthansa selbst hatte für Mittwoch die Zahl von 646 streikbedingten Flugabsagen genannt. Gestrichen wurden auch Flüge von Lufthansa-Konzerngesellschaften wie Swiss, Austria,Brussels oder Air Dolomiti. Darüber hinaus konnten auch unter anderem Maschinen von Croatian, United, Air Canada oder der polnischen LOT nicht abheben. Auch ein Luxair-Flug von Luxemburg nach München konnte heute nicht starten, da der Warnstreik das Bodenpersonal betrifft, ohne welches kein Flugzeit abheben darf.

(L'essentiel/DPA)

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