Secondhand-Mode – Zalando verkauft gebrauchte Kleidung

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Secondhand-ModeZalando verkauft gebrauchte Kleidung

Der Modegigant Zalando gibt sich gern nachhaltig: Ab Herbst führt der Onlinehändler die Kategorie Secondhand ein. Daneben will Zalando aber auch mit Luxus punkten.

Wer an Zalando denkt, denkt an neue Schuhe, neue T-Shirts und Jeans – an schnell wechselnde Mode zu erschwinglichen Preisen. Nun will der Moderiese mit über 31 Millionen Kunden aber auch gebrauchte Kleidung verkaufen. Im Rahmen der Zahlenpräsentation fürs Jahr 2019 hat Zalando angekündigt, die Kategorie «Pre-Owned» neu im Onlineshop einzuführen und das Geschäft mit Secondhand-Mode auszubauen.

«Für uns geht es darum, Trends zu folgen oder vorwegzunehmen», sagt Zalando-Managerin Anne Pascual laut einem Blogeintrag. Kunden können ab Herbst ausgewählte Secondhand-Mode für Damen, Herren und Kinder auf der Plattform kaufen und nach einer Qualitätsprüfung eigene Modeartikel an Zalando verkaufen. Zudem betont Zalando, dass auch bei Pre-Owned-Artikeln ein 100-Tage-Rückgaberecht besteht. Die Secondhand-Kategorie wird vorerst nur in Deutschland eingeführt.

Den Einstieg ins Secondhand-Business begründet Zalando auch mit Kundenwünschen: Sie würden zunehmend nach gebrauchter Mode suchen, sei es aus Gründen der Nachhaltigkeit oder um ihr Aussehen mit einem einzigartigen Kleidungsstück aufzuwerten. Andererseits wollten viele Menschen die Lebensdauer von nicht mehr benötigten Kleidungsstücken verlängern, so Pascual. Weitere Details dazu sind noch unklar.

Luxuskategorie kommt gut an

Zalando will sein Wachstum aber auch durch den Einstieg ins Luxussegment ankurbeln. «Insbesondere jüngere Kunden kombinieren gern hochwertige Modemarken mit Sport- und Designerstücken», sagt Zalando-Co-Chef David Schneider. Die Premium-Kategorie sei in den letzten Monaten am schnellsten gewachsen. Zalando sehe großes Potenzial, darauf aufzubauen.

Erfahrungen mit Secondhand-Mode hat Zalando in den letzten Monaten mit der Zalando-Marktplatz-App namens Wardrobe gesammelt. Dort war es bereits möglich, gebrauchte Artikel an Zalando oder die Community zu verkaufen. Wardrobe hat laut Zalando zurzeit eine sechsstellige Anzahl Kunden, obwohl die App in Deutschland nur für Frauenmode erhältlich ist.

(L'essentiel)

Aktie sinkt stark

2019 erreichte Zalando die Rekordzahl von 31 Millionen Kunden. Das sorgte für einen Gewinnsprung: Bei einem Umsatzplus von 20,3 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro stieg das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) auf 224,9 Millionen Euro. Für 2020 kündigte die Firma hohe Zuwachsraten an: Der Umsatz soll zwischen 15 und 20 Prozent zulegen.

Die Anleger hatten sich aber mehr erhofft und fürchten die Epidemie: Die Aktie notierte zwischenzeitlich über sieben Prozent im Minus. DZ-Bank-Analyst Thomas Maul erklärte, es bestehe die Gefahr, dass es bei der Auslieferung der Herbst-/Winterkollektion zu Verzögerungen komme. Wegen des intensiven Wettbewerbs gebe es zudem das Risiko steigender Marketingkosten.

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