Bahnunglück – Zehn Jahre nach der Katastrophe von Zoufftgen

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BahnunglückZehn Jahre nach der Katastrophe von Zoufftgen

LUXEMBURG/ZOUFFTGEN - Heute jährt sich die Bahnkatastrophe von Zoufftgen zum zehnten Mal. Sechs Menschen verloren bei dem Unglück ihr Leben.

accident de train entre luxembourg et thionville a zoufftgen le 11/10/2006
photo �christophe olinger ACCIDENT ZOUFFTGEN

accident de train entre luxembourg et thionville a zoufftgen le 11/10/2006
photo �christophe olinger ACCIDENT ZOUFFTGEN

Editpress/Hmontaigu

11. Oktober 2006, um 11.45 Uhr: Ein Personenzug der Linie Luxemburg-Metz-Nancy rollt auf eingleisiger Strecke über die französisch-luxemburgische Grenze. Kurz darauf, in einer Kurve nahe des lothringischen Orts Zoufftgen, passiert das folgenschwere Unglück: Ein Güterzug aus Thionville mit 22 Waggons rast frontal gegen den entgegenkommenden CFL-Zug. Der vordere Doppelstockwagen wird von der 90 Tonnen schweren Lok regelrecht zermalmt, Güterwaggons fliegen durch den massiven Aufprall meterhoch aus den Schienen. Sechs Menschen sterben bei dem Bahnunglück, das sich heute zum zehnten Mal jährt. Weitere 16 Personen werden verletzt.

Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes in einer Kurve waren beide Züge mit rund 80 km/h unterwegs. Am Unfallort starben die beiden Lokomotivführer, drei Passagiere und ein Streckenarbeiter, der von einem Waggonteil erschlagen wurde. Nahe des Düdelinger Kräizbierg waren Hunderte Einsatzkräfte mit den schwierigen Rettungsarbeiten beschäftigt, um eingeklemmte Fahrgäste zu befreien. Das Unglück macht international Schlagzeilen.

Die Unfallursache wurde erst Monate später geklärt. In einem Prozess vor dem Bezirksgericht Luxemburg stellte sich heraus, dass der Fahrdienstleiter den Personenzug aus Luxemburg auf eingleisiger Strecke losgeschickt hatte – obwohl das Signal auf Rot stand. Er hatte geglaubt, dass es sich dabei wie an den Tagen zuvor um einen technischen Defekt handelte, habe sich aber nicht mehr weiter bei den Kollegen in Thionville erkundigt. Der Mann wurde 2009 wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, später wurde die Strafe reduziert. In dem Prozess wurden zudem drei weitere Angestellte der CFL zu Haftstrafen, teils auf Bewährung, verurteilt.

(jt/dpa/L'essentiel)

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