Rauswurf aus Grundschule – Zehnjährige soll ihre Sachen packen

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Rauswurf aus GrundschuleZehnjährige soll ihre Sachen packen

NIEDERKERSCHEN – Weil die Eltern der zehnjährigen Cindy von Niederkerschen weggezogen sind, soll das Kind die bisherige Schule wechseln. Das fordert der Bürgermeister der Gemeinde.

Bisher besuchte Cindy die Schule Op Acker in Niederkerschen.

Bisher besuchte Cindy die Schule Op Acker in Niederkerschen.

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Seit vier Jahren besucht Cindy Jans die Schule Op Acker in Niederkerschen. Im vergangenen Jahr zogen ihre Eltern nach Petingen um. Ein weiteres Jahr konnte Cindy gemeinsam mit ihren Freunden auf ihre bisherige Schule gehen, doch ab nächstem Schuljahr soll sich dies ändern.

«Nicht genügend Mittel»

«Wir haben den Eltern ein Jahr lang Zeit für die nötige Organisation gelassen. Im kommenden Jahr werde ich nicht mehr über die nötigen Mittel verfügen, um Kinder aufzunehmen, die nicht in unserer Gemeinde leben», rechtfertigt sich der Bürgermeister der Gemeinde, Michel Wolter (CSV).

Dabei ist der Fall von Cindy Jans kein Einzelfall, sondern ein Beispiel dafür, welche Entscheidungsgewalt ein Bürgermeister hat, wenn es um die Grundschulen in seiner Gemeinde geht.

Bildungsministerium hilft

Das Gesetz vom 6. Februar 2009 sieht immerhin vor, dass ein Kind, das außerhalb wohnt, nur unter bestimmten Bedingungen in der betroffenen Gemeinde zur Schule gehen kann. Zum Beispiel wenn es von einem Elternteil, der vor Ort wohnt, betreut wird. Dies ist der Fall bei Cindy, die jeden Mittag zu ihrer Großmutter geht.

Doch das letzte Wort liegt beim Bürgermeister. Inzwischen hat sich das Bildungsministerium eingeschaltet. Es hat Michel Wolter in einem Schreiben dazu aufgefordert, Cindy auch weiterhin in Niederkerschen zur Schule gehen zu lassen.

L'essentiel Online/Patrick Théry

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