In den Händen lesen – Zeige- und Ringfinger verraten, wie wir drauf sind

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In den Händen lesenZeige- und Ringfinger verraten, wie wir drauf sind

Wer wissen will mit wem er es zu tun hat, sollte seinem Gegenüber ganz genau auf die Finger schauen. Die sind nämlich ziemlich aussagekräftig.

Schöne Hände sind schön anzusehen. Doch laut Forschern der Norwegian University of Science and Technology lohnt sich auch der Blick auf weniger ansehnliche Pranken.

Wie das Team um Neurowissenschaftler Carl Pintzka im Fachjournal «Behavioural Brain Research» schreibt, gibt die Länge von Ring- und Zeigefinger Aufschluss über Persönlichkeitsmerkmale und das Risiko, bestimmte Krankheiten zu entwickeln.

Fingerlänge wird im Bauch entschieden

Der Grund dafür liegt im Mutterleib: «Das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger hängt mit dem Testosteron zusammen, dem man im Uterus ausgesetzt ist», zitiert die Hochschule Pintzka in einer Mitteilung.

Eine große Konzentration an Testosteron sorge für einen langen Ringfinger, eine geringe Menge hingegen für einen längeren Zeigefinger.

«Das liegt an der Dichte der Rezeptoren für die beiden Sexualhormone Östrogen und Testosteron in den Fingern», so der Neurowissenschaftler gegenüber «Science Daily». Diese sei beim Ringfinger höher, weshalb er bei Kontakt mit Testosteron schneller wachse.

Männliche und weibliche Eigenschaften

Das Hormon beeinflusst jedoch nicht nur die Fingerlänge. So führt eine hohe Testosteron-Dosis vor der Geburt offenbar dazu, dass man typisch männliche Eigenschaften entwickelt – wie räumliches Vorstellungsvermögen und Sportlichkeit.

Umgekehrt deutet ein niedriger Testosteron-Wert auf typisch weibliche Attribute hin. Dazu zählen beispielsweise ein gutes Sprachgefühl und -gedächtnis.

Hinweis auf Krankheiten

Allerdings weist die Fingerlänge auch auf mögliche Gesundheitsprobleme hin. So haben frühere Studien gezeigt, dass Menschen, die im Mutterleib viel Testosteron ausgesetzt waren (langer Ringfinger), ein größeres Risiko für Krankheiten wie ADHS, Tourette oder Autismus haben.

Wer hingegen wenig Testosteron abbekommen hat (langer Zeigefinger) ist anfälliger für eher weibliche Gesundheitsprobleme wie Angst und Depressionen.

(L'essentiel/fee)

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