Nach Protesten – «Zu kleine» Busfahrerin kann ihren Job behalten
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Nach Protesten«Zu kleine» Busfahrerin kann ihren Job behalten

Weil sie mit ihren 1,52 Metern zu klein für neue Busse war, verlor Tracey Scholes nach 34 Jahren ihren Job. Als dies publik wurde, rollte eine beispiellose Solidaritätswelle an.

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Tracey Scholes erhielt große Unterstützung von der Öffentlichkeit.

Tracey Scholes erhielt große Unterstützung von der Öffentlichkeit.

Unite North West
Nun darf sie sich freuen: Sie darf weiterfahren.

Nun darf sie sich freuen: Sie darf weiterfahren.

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Ihr bleiben nun die neueren Busmodelle erspart.

Ihr bleiben nun die neueren Busmodelle erspart.

Youtube/ Newspaper

34 Jahre lang war Tracey Scholes für das Unternehmen Go North West in Manchester Strafe gefahren. Als sie 1987 ihre Stelle antrat, war sie die erste Fahrerin in der Firma. Die Witwe, die finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, liebte ihren Job. Doch dann führte ihr Arbeitgeber neue Busmodelle ein – und bei diesen sind die Außenspiegel so angebracht, dass sich die 1,52 Meter große Scholes im Fahrersitz zurücklehnen musste, um sie einzusehen, um keinen «blinden Fleck» zu haben. Dann kam sie allerdings nicht mehr an die Pedale ran.

Nachdem sie sich bei Go North West darüber beschwert hatte, wurde sie zunächst vom Dienst freigestellt und später sogar entlassen. Das Busunternehmen hatte ihr zwar andere Routen mit älteren Modellen angeboten, der Lohn wäre dabei allerdings deutlich schlechter gewesen. «Ich habe drei Kinder und bin Witwe», sagte sie gegenüber britischen Medien, «und ich muss eine Hypothek abbezahlen.» Also kam es zur Kündigung.

Mit ihrer Geschichte wandte sich Scholes an die Gewerkschaft – und an die Medien, die ihre Geschichte dankbar aufnahmen. «Ich will nur meinen Job zurück», sagte sie gegenüber Manchesterworld.uk. Daraufhin wurde eine Petition lanciert, die schließlich 27.000 Menschen unterstützten und forderten, dass Scholes ihren Job wieder bekommt. Über 1000 Personen schrieben dem Geschäftsführer des Unternehmens, vor der Garage von Go North West kam es zu Demonstrationen und Solidaritätskundgebungen.

Nun trugen diese Bemühungen Früchte: Wie etwa BBC berichtet, hat das Busunternehmen eingelenkt und ihr nun angeboten, auf anderen Bussen und Routen zu fahren, ohne Lohneinbußen in Kauf zu nehmen. Scott Maynard, Personalchef von Go North West, betont: «Wir haben von Anfang klar gemacht, dass wir Tracey behalten wollen, und sind glücklich, dass wir uns einigen konnten.» Man habe noch nie jemanden wegen seiner Größe entlassen und beschäftige auch andere Fahrer und Fahrerinnen ihrer Größe – sie sei aber auch die erste gewesen, die Probleme gehabt habe. Auch die Gewerkschaft frohlockte: «Es ist ein großer Sieg und ein Beweis für den Spirit, den Tracey hat.»

(L'essentiel/trx)

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