Iraks Brad Pitt – «Zu schwul» – irakischer Schauspieler erstochen
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Iraks Brad Pitt«Zu schwul» – irakischer Schauspieler erstochen

Karar Noshi pflegte Männerfreundschaften und trug enge, bunte Kleider. Muslimischen Fundamentalisten war er ein Dorn im Auge.

Das irakische Model und Schauspieler Karar Noshi ist tot. Die Leiche des jungen Mannes wurde vor wenigen Tagen in einer Shopping-Meile in Baghdad gefunden. Sein Körper war laut «The Independent» mit Messerstichen übersät und zeigte Spuren von Folter.

In seiner Heimat war Noshi wegen seines Aussehens als «der irakische Brad Pitt» bekannt. Der Kunststudent plante, demnächst an einem Beauty-Contest teilzunehmen. Doch seine langen, blonden Haare, die weichen Gesichtszüge sowie sein Kleidungsstil hatten den Ärger konservativer Muslime auf sich gezogen.

Schwule systematisch ermordet

Noshi war laut «Iraqi News» ein Schiit. Vor seinem Tod soll er mehrmals Morddrohungen erhalten haben, weil er «zu schwul» aussehe. Freunde des Schauspielers glauben, dass eine Gruppe sunnitischer Fundamentalisten hinter dem Mord steckt. Die Konservativen leben streng nach den Regeln der Scharia, Homosexualität hat dort keinen Platz.

Seit 2003 wurden zahlreiche Homosexuelle im Irak von islamistischen Fanatikern ermordet. Und seit der Ausrufung des Kalifats durch den «Islamischen Staat» 2014 wurden systematisch Hinrichtungen von Schwulen durchgeführt. Unter anderem wurden 2015 Männer vom Dach eines Gebäudes geworfen.

(L'essentiel/kle)

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