Luxemburg: Zu viele Bronchiolitis-Fälle treffen auf zu wenig Personal

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LuxemburgZu viele Bronchiolitis-Fälle treffen auf zu wenig Personal

LUXEMBURG – Angesichts der vielen Bronchiolitis-Fälle haben die Kinderärzte Alarm geschlagen – nicht zuletzt, weil das Klinikpersonal nicht hinterherkommt.

von
Nicolas Martin

«Am Wochenende war die Situation stabil. Es kamen weniger Leute in die Notaufnahme, vor allem weniger Kinder, deren Zustand es nicht erforderte, ins Krankenhaus zu gehen», erklärt Dr. Serge Allard, Präsident der Société Luxembourgeoise de Pédiatrie. Sein Aufruf zur Entlastung der pädiatrischen Notaufnahmen, den er am Freitag zusammen mit Dr. Isabel de la Fuente, Kinderärztin an der Kannerklinik, gestartet hatte, trug erste Früchte.

Eingriffe waren verschoben worden, acht zusätzliche Betten wurden in der Tagesklinik des Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) bezogen, Kinder mussten ins Ausland verlegt werden – Die Kannerklinik, die normalerweise 38 Betten und fünf Intensivbetten hat, zählt derzeit fast 60 kleine Patienten, darunter 37 Fälle von Bronchiolitis und acht Kinder auf der Intensivstation.

Für das Immunsystem der Kleinen ist alles neu

Dr. Allard hatte am Freitag eine alarmierende Situation und überlastete Kinderstationen beschrieben. «Am Samstagmorgen habe ich, alle Krankheiten zusammengenommen, 40 Patienten gesehen», erzählt er. Der Arzt betont, dass die angespannte Situation durch einen Mangel an Personal, insbesondere an Pflegepersonal, noch verschärft werde. Wichtig seien Präventionsmaßnahmen: «Behalten Sie kranke Kinder zu Hause, halten Sie sich an Abstandsregeln, tragen Sie einen Mundschutz, vermeiden Sie Familientreffen, Besuche und das Küssen kranker Kinder». Diese Verhaltensmaßen will demnach auch das Gesundheitsministerium anraten.

Eine solche Bronchiolitis-Welle sei jedoch nicht neu, so der Kinderarzt. «Es ist etwas, das wir gut kennen, auch wenn wir von seinem Ausmaß überrascht sind. Normalerweise reicht es, Sauerstoff zu geben. Je mehr Kinder betroffen sind, desto mehr Kinder benötigen jedoch Sauerstoff», sagt der Spezialist.

Dass eine hin und wieder in den Medien erwähnte «Immunschuld», die durch die erhöhten Hygienemaßnahmen während der Pandemie entstanden sein soll, zu den Masseninfektionen geführt hat, kann Allard nicht bestätigen: «Der Begriff ist wissenschaftlich nicht belegt. Wir sprechen hier von Kleinkindern. Für ihr Immunsystem ist alles neu.»

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