Luxemburgische Armee – Zu wenige Soldaten und miese Stimmung
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Luxemburgische ArmeeZu wenige Soldaten und miese Stimmung

LUXEMBURG - Ex-Ombudsmann Marc Fischbach hat die Zustände in der Armee analysiert. Bei der Vorstellung der Ergebnisse nahm er kein Blatt vor den Mund.

Ex-Ombudsmann Marc Fischbach und Verteidigungsminister Jean-Marie Halsdorf stellten die Ergebnisse am Mittwoch vor.

Ex-Ombudsmann Marc Fischbach und Verteidigungsminister Jean-Marie Halsdorf stellten die Ergebnisse am Mittwoch vor.

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Der frühere Ombudsmann Marc Fischbach kritisiert in einem von Verteidigungsminister Jean-Marie Halsdorf in Auftrag gegebenen Bericht die Zustände in der luxemburgischen Armee. Die Stimmung sei schlecht, zwischen Offizieren, Unteroffizieren und Gewerkschaft bestünden Spannungen. Es werde zu wenig kommunziert und Entscheidungen nicht ausreichend erklärt, erklärte Fischbach am Mittwoch bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Der Generalstab, der in der haupstädtischen Goethe-Straße angesiedelt ist und die Funktion eines Militärberaters des Ministers übernimmt, solle für mehr Nähe ins Ministerium ziehen. Dadurch könnten nicht nur Kosten gespart werden. Es würde auch verhindern, dass wie bisher manche Aufgaben doppelt erledigt werden.

Militärdienst um ein Jahr verlängern

Ein weiterer Kritikpunkt von Fischbach ist die Einstellungspolitik in der Armee. Luxemburg benötigt für seine internationalen Einsätze etwa 350 Soldaten. Verfügbar seien jedoch derzeit nur 260. Um das Soll zu erfüllen, müssten bei jeder Einstellungswelle zwischen 44 und 47 Personen angeworben werden. Tatsächlich seien es jedoch nur 35. Fischbachs Vorschlag: Den Militärdienst um ein Jahr auf vier Jahre verlängern. Das erlaube eine bessere Vorbereitung der Soldaten auf ihre Einsätze und es müssten weniger Rekruten her.

Änderungen schlägt der frühere Ombudsmann auch bei der Besoldung vor. Derzeit bekommt ein Soldat einen Lohn, der über dem gesetzlichen Mindestlohn für Unqualifizierte liegt. Die Rückkehr ins zivile Leben und der Eintritt in die Arbeitswelt seien oftmals mit einem Einkommensverlust verbunden. Fischbach schlägt daher vor, eine Umschulungsprämie auszuzahlen. Die auf Herrenberg bestehende Schule, in der die Soldaten unter anderem ihren Schulabschluss machen, sollte in das normale Schulsystem integriert werden. So würden zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen.

Ob Fischbachs Vorschläge umgesetzt werden, ist noch unklar. Zuerst sollen seine Bemerkungen und Anregungen den Betroffenen in der Armee zugestellt werden, sagte Verteidigungsminister Halsdorf. Wie schnell die Reformvorschläge umgesetzt werden, hänge auch von den Entscheidern in der Armee ab.

(L'essentiel Online/tageblatt.lu)

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