Nach dem Zugunglück – Zugverkehr aus Frankreich bricht erneut zusammen

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Nach dem ZugunglückZugverkehr aus Frankreich bricht erneut zusammen

LUXEMBURG - Auf der Bahnstrecke zwischen Metz und Luxemburg gibt es erneut massive Verzögerungen. Gewerkschafter klagen erneut über fehlende Sicherheit.

20151119 CFL et SNCF Double Rame � La Gare de Luxembourg vers la France-AF-1

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Editpress/Faussems

Die französische Bahngesellschaft SNCF erwartet für heute, Donnerstag, erneut massive Verzögerungen im Zugverkehr zwischen Luxemburg und Frankreich. Wie die CFL auf ihrer Website mitteilt, haben die Fahrscheinkontrolleure der SNCF von ihrem Recht auf Arbeitsverweigerung Gebrauch gemacht. Als Grund wurde eine «Aggression» angegeben. Mehrere TER-Züge wurden am Morgen gecancelt.

Die SNCF raten Bahnpendlern, auf andere Transportmittel umzusteigen. «Es wird am Donnerstag sehr kompliziert auf der Strecke zwischen Thionville und Luxemburg», heißt es.

Justiz ließ Gleis sperren

Die Zugausfälle könnten jedoch auch einen andere Ursache haben: Französische Gewerkschafter hatten am Mittwoch in einem Communiqué an Bahnmitarbeiter erneut Sicherheitsmängel in Luxemburg beklagt. Ein Gleis sei am Dienstagabend und auch am Mittwoch auf Höhe des Rangierbahnhofs Bettemburg gesperrt gewesen – genau an jenem Ort, an dem es am 14. Februar zur Kollision kam.

CFL-Sprecher Mike van Kauvenbergh erklärte am späten Mittwochabend auf Nachfrage von L'essentiel, dass das Gleis auf Anordnung des Untersuchungsrichters geschlossen wurde. Die CFL hätten dies aufgrund der Geheimhaltungspflicht bezüglich der Justizermittlungen nicht kommuniziert. Bei den französischen Bahngewerkschaften löste dieses Vorgehen jedoch Irritationen aus.

Seit dem Zugunglück am 14. Februar weigert sich ein Teil der französischen Lokführer aus Sicherheitsgründen, die Grenze ins Großherzogtum zu überqueren.

(MC/L'essentiel)

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