Abkommen – Zur Ausbildung über die Grenze?

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AbkommenZur Ausbildung über die Grenze?

LUXEMBURG - Betriebe im Großherzogtum suchen händeringend nach Azubis. Eine Initiative will jetzt Grenzgänger für eine Ausbildung in Luxemburg begeistern.

Bildungsminister Claude Meisch will mehr grenzübergreifende Berufsausbildung.

Bildungsminister Claude Meisch will mehr grenzübergreifende Berufsausbildung.

Politik am Rande der Studentenmesse: Bildungsminister Claude Meisch, Arbeitsminister Nicolas Schmit und ADEM-Direktorin Isabelle Schlesser haben am Donnerstagmorgen ein Abkommen zur grenzübergreifenden Berufsausbildung in der Großregion unterzeichnet. Mit dabei: Emmanuelle Mathieu vom europäischen Netzwerk für Beschäftigung und Mobilität der Arbeitnehmer.

Das Abkommen zielt insbesondere auf die nicht-akademische Ausbildung ab. In diesem Bereich ist der Austausch zwischen den Nachbarländern noch begrenzt. «Mit 122 Verträgen in drei Jahren kann man nicht sagen, dass die Zusammenarbeit mit den Nachbarn zum Alltag gehört», sagt Claude Meisch. «Sie ist aber auf jeden Fall stärker mit Deutschland als mit Frankreich. Dort haben wir noch Potential für Entwicklung.» Dennoch viel mehr als eine «Absichtserklärung» (Meisch) ist auch das neue Abkommen nicht.

Es gibt immer noch viele Barrieren, die einer optimalen Kooperation zwischen den Ländern im Weg stehen: beispielsweise die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen oder andere bürokratische Hürden. «Und dann gibt es auch noch die Grenze im Kopf», sagt Meisch. Nicht jeder denkt daran, eine Arbeit in einem Nachbarland zu suchen. Jeder Beruf habe dem jeweiligen Land seine eigene Tradition . Aber der Bedarf ist real, sagt Mersch. In Luxemburg kämpfe die Logistikbranche beispielsweise um jeden Auszubildenden. «Die Betriebe wollen in Deutschland auf die Suche gehen. Dies ist ein Modell, dem man folgen sollte.»

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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