Mexiko-Stadt – Zwei Tote bei Attentat auf Polizeichef
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Mexiko-StadtZwei Tote bei Attentat auf Polizeichef

Der Geländewagen des Polizeichefs von Mexiko-Stadt wurde von Drogenkriminellen abgefangen. Omar García Harfuch überlebte den Anschlag verletzt.

Der Polizeichef von Mexiko-Stadt ist bei einem Angriff verletzt worden. Der 38 Jahre alte Omar García Harfuch sei außer Lebensgefahr im Krankenhaus, twitterte Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum.

«Wir wurden vom Kartell CJNG feige angegriffen. Ich habe drei Schusswunden und mehrere Splitter abbekommen. Zwei meiner Freunde wurden getötet», teilte Harfuch wenig später selber mit. Bei den Toten handelt es sich um zwei Bodyguards des Polizeichefs.

Patronenhülsen zeugen von der Gewalt des Angriffs

Der Angriff geschah am frühen Morgen im luxuriösen Wohngebiet Lomas de Chapultepec. Laut mexikanischen Medien wurde der SUV, in dem Harfuch reiste, an einer Kreuzung der Hauptstraße Paseo de la Reforma von einem Kommando des Drogenkartells Jalisco Nueva Generacion (CJNG) attackiert. Die Kriminellen schossen mit Großkaliber-Gewehren auf das Fahrzeug.

Bilder auf Social Media zeigen den komplett beschädigten Wagen sowie Hunderte von Patronenhülsen am Boden. Ein enormes Polizeiaufgebot war am Ort des Geschehens.

Präsident Andrés Manuel López Obrador sprach am Freitag in seiner täglichen Pressekonferenz von einem «Attentat». Nach Angaben der Generalstaatsanwältin der Hauptstadt, Ernestina Godoy Ramos, gab es zwölf Festnahmen.

Polizeichef legte sich mit Drogenkartelle an

García Harfuch war im vergangenen Oktober ernannt worden, die Polizei in Mexiko-Stadt – eine Behörde mit 83.000 Beamten – zu leiten. Zuvor hatte er die Ermittlungsabteilungen der Generalstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft der Stadt geleitet. Im Jahre 2017 hatte er einen Coup gelandet, als er Dámaso «El Licenciado» López Núñez, den Nachfolger von Joaquín «El Chapo» Guzmán an der Spitze des Sinaloa-Kartells, mitten in Mexiko-Stadt festnehmen ließ. Beide Gangster-Bosse wurden an die USA ausgeliefert.

In Mexiko, einem Land mit 130 Millionen Einwohnern, wurden im vergangenen Jahr fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Im Mai waren es in Mexiko-Stadt 115. Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Oft haben die Gangster Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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