SREL-Affäre – Zwielichtige Auto-Deals beim Geheimdienst
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SREL-AffäreZwielichtige Auto-Deals beim Geheimdienst

Der SREL betrieb ein lukratives Geschäft mit dem An- und Verkauf teurer Fahrzeuge. Offenbar ist das Geld in privaten Taschen gelandet. Ein Disziplinarverfahren läuft.

Um unauffällig operieren zu können, musste der Luxemburger Geheimdienst angeblich seinen Fuhrpark oft wechseln. Deshalb wurden regelmäßig Dienstagwagen der Marken BMW und Mercedes zu einem Vorzugspreis bei einem deutschen Zwischenhändler gekauft. Das Problem: Von sechs gekauften BMW sei lediglich einer vom SREL benutzt worden, die anderen seien nach kürzester Zeit weiterverkauft worden, wie die Wochenzeitung «d'Lëtzebuerger Land» am Freitag schreibt. Der SREL kaufte die Wagen dreißig- bis vierzig Prozent unter dem Marktpreis. Verkauft wurden sie zu zwanzig Prozent unter dem gängigen Preis, meist an hohe Beamte oder ins Ausland.

Auch Beamte des SREL erwarben demnach Neuwagen zum günstigen Tarif. Doch statt sie für den Privatgebrauch zu nutzen, wurden sie oftmals gleich weiterverkauft.

«Es scheint, als habe diese Praxis zu Missbrauch geführt», heißt es in einer Stellungsnahme des für den SREL zuständigen Staatsministeriums am Freitagnachmittag. Daher habe Jean-Claude Juncker im Mai 2010 veranlasst, dass die Praxis geändert werde. Seither können Angestellte des SREL die Dienstwagen nicht mehr übernehmen. Auch seien die Kontrollen verschärft worden.

Wer kassierte?

Das «Land» wirft die Frage auf, wohin das Geld aus dem Verkauf der Limousinen floss. Kam es dem SREL zugute oder wanderte es in andere Kassen? Im Staatsministerium heißt es dazu, dass ein Disziplinarverfahren gegen einen SREL-Agenten eingeleitet worden sei. Dieses sei aber noch nicht abgeschlossen. Der betroffene Agent wurde demnach auf eigenen Wunsch bereits Anfang des Jahres 2011 versetzt.

Der parlamentarischen Kontrollkommission habe man den Auto-An- und Verkauf als «pragmatische Lösung» verkauft. Der Weiterverkauf der Wagen diene dazu, die Erneuerung des Fuhrparks des SREL zu finanzieren, wobei man auf diese Weise auf öffentliche Gelder verzichten könne, hieß es zur Erklärung. Dass der SREL die Wagen zu solch günstigen Preisen erwarb, sei nichts Außergewöhnliches.

(L'essentiel Online mit tageblatt.lu)

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