Publiziert 02. juillet 2026, 07:18
Sechzehntelfinale


Belgien
Senegal
H. Diarra
-24
I. Sarr
-51
R. Lukaku
-86
Y. Tielemans
-89
Y. Tielemans
-125
Belgiens goldene Fußball-Generation hat ein fulminantes Comeback hingelegt und den nächsten heftigen Tiefschlag mit großer Moral abgewendet. Das Team um Doppeltorschütze Youri Tielemans gewann sein WM-Sechzehntelfinale gegen Senegal in Seattle nach Zwei-Tore-Rückstand noch mit 3:2 (2:2, 0:1) nach Verlängerung und ist trotz eines über weite Strecken schwachen Auftritts ins Achtelfinale eingezogen.
Mittelfeldspieler Habib Diarra (24. Minute) und Ismaila Sarr (51.) hatten die Afrikaner vor 66.925 Fans im Football-Tempel der Seattle Seahawks in Führung gebracht. In der Schlussphase wurde es dann hektisch. Romelu Lukaku (86.) und Tielemans (89.) sorgten für den Ausgleich.
In der Verlängerung verwandelte erneut Tielemans (120.+5) einen Foulelfmeter. Das vorangegangene Foulspiel war minutenlang via Videobeweis überprüft worden. Im Anschluss legte sich Pathé Ciss vor den Elfmeterpunkt und verzögerte zusätzlich die Ausführung der letztlich spielentscheidenden Szene. Am kommenden Montag (Ortszeit) wartet – erneut in Seattle – das Achtelfinale auf das Team von Belgiens Trainer Rudi Garcia.
Senegal sah bis zur 85. Minute aus wie der sichere Sieger und wurde dann durch das Anschlusstor von Lukaku verunsichert. Bei den Belgiern hatten sich Leandro Trossard und der spätere Torschütze Tielemans während der zweiten Halbzeit bereits angeschrien, ehe doch noch die unerwartete Wende in einem verrückten Fußball-Spiel gelang.
Für Senegal ist es knapp ein halbes Jahr nach dem denkwürdigen Afrika-Cup-Finale, das die Nation gegen Marokko auf dem Rasen gewann und erst später am grünen Tisch verlor, der nächste heftige Rückschlag.
20 Grad und bewölkter Himmel sorgten in Seattle für bestes Fußballwetter – das aber von Anfang an nur eine Nation nutzte. Senegal um den ehemaligen Bayern-Star Sadio Mané gab direkt den Ton an und drückte den Favoriten in die eigene Hälfte.
Kurios wurde es nach einer Viertelstunde, als Senegals WM-Rekordtorschütze Sarr gleich zwei Chancen zur Führung hatte. Zunächst traf der Profi von Crystal Palace den Pfosten und stolperte dabei auf dem Rasen. Dann versuchte Sarr im Liegen, den Ball über die Linie zu drücken, traf aber nur das Außennetz.
Belgiens Spielvortrag erinnerte in Halbzeit eins ein wenig an die deutsche Mannschaft, die vor zwei Tagen im Elfmeterschießen an Außenseiter Paraguay gescheitert war. Das Team von Trainer Rudi Garcia wirkte ideenlos und ohne das nötige Tempo. Besonders Spielmacher Kevin De Bruyne leistete sich immer wieder einfachste Fehler bei Zuspielen.
Das Führungstor der Afrikaner war eigentlich nur eine Frage der Zeit – und so kam es. Nach einer Flanke von Mané kam Sarr per Kopfball zum Abschluss und traf erneut den Pfosten. Doch diesmal prallte der Ball glücklich nach vorn ab, sodass Mittelfeldspieler Diarra zur verdienten Führung einschoss. Belgien kam über Jeremy Doku (43.) und Maxim De Cuyper (45.) zu zwei Abschlüssen, doch Senegals Torhüter Mory Diaw reagierte jeweils stark.
Nach der Pause sollte Diaw, der erneut den verletzungsbedingt fehlenden Edouard Mendy vertrat, eigentlich mehr gefordert sein. Denn Belgien brachte Sturmtank Lukaku, der beim 5:1 gegen Neuseeland mit einem Tor und einem Assist als Joker überzeugt hatte. Doch stattdessen spielte weiter das Team in Grün und durfte nach Sarrs spektakulärer Volleyabnahme ein zweites Mal jubeln.
Dann nahm Garcia in De Bruyne und Doku auch noch die beiden eigentlich wichtigsten Offensivspieler heraus und brachte unter anderem den Ex-Herthaner Dodi Lukebakio. Es wirkte wie ein Doppelwechsel aus Verzweiflung – und so sah es auch lange aus.
Erst in der Schlussphase kamen die Belgier wie aus dem Nichts zum 1:2 durch Lukaku, der auf Vorlage des Ex-Dortmunders Thomas Meunier verkürzte. Dann gelang Tielemans der umjubelte Ausgleich, ehe sich Belgien in der Verlängerung durchsetzte. Lamine Camaras Einsatz gegen Tielemans war lange überprüft worden, schließlich verwandelte der Gefoulte selbst.
⚽️ WM 2026