Publiziert 14. juin 2026, 21:07
1. Spieltag


Deutschland
Curaçao
F. Nmecha
-6
L. Comenencia
-21
N. Schlotterbeck
-38
K. Havertz
-50
J. Musiala
-47
N. Brown
-68
D. Undav
-78
K. Havertz
-88

Beim Länderspiel-Comeback des nahezu arbeitslosen Rekordtorhüters Manuel Neuer haben Deutschlands Fußballer mit dem 7:1-Torfest gegen den Außenseiter Curaçao für den erwarteten Budenzauber in Houston gesorgt. Weltmeisterlich war der Turniereinstieg gegen die No-Name-Kicker von der Karibik-Insel aber nicht 90 Minuten lang. Nach dem frühen Tor des starken Antreibers Felix Nmecha in der 6. Minute mündete ein Intensitäts-Durchhänger sogar im irritierenden 1:1-Ausgleich für den WM-Neuling durch Livano Comenencia (21.).
Die Reaktion vor 68.021 Zuschauern danach stimmte: Mit dem ersten Länderspieltor von Nico Schlotterbeck (28.) und einem verwandelten Foulelfmeter von Kai Havertz (45.+5) war Bundestrainer Julian Nagelsmann zur Pause auf Kurs. Der spielfreudige Jamal Musiala (47.), der flotte WM-Debütant Nathaniel Brown (68.), Edeljoker Deniz Undav (78.) und erneut Havertz (88.) erfreuten die vielen deutschen Fans beim zweithöchsten WM-Sieg im überdachten und klimatisierten Football-Stadion in Texas mit weiteren Treffern. Die Torhymne «Major Tom» wurde zum Dauerhit.
Nach dem Auftaktsieg ist ein drittes WM-Vorrundendesaster nach Russland 2018 und Katar 2022 praktisch ausgeschlossen, weil auch acht Gruppendritte weiterkommen. Ob der viermalige Weltmeister Deutschland tatsächlich Großes in Amerika vollbringen kann, wird sich frühestens gegen die Elfenbeinküste (20. Juni) und Ecuador (25. Juni) erweisen.
Nmecha ließ nach Doppelpass mit Florian Wirtz bereits in der sechsten Minute – dem frühesten deutschen WM-Tor seit Philipp Lahm beim Sommermärchen 2006 – Bundestrainer Nagelsmann in der Coachingzone erstmals jubeln. Das DFB-Team bestimmte Ball und Gegner, bis auf einmal die Intensität nachließ und der krasse Außenseiter aufkam.
Der Schreckmoment zeigte kurz Wirkung, Kimmich und Co. begannen zu diskutieren und lamentieren. Sollte es etwa den nächsten Schock-Auftakt nach 2018 (0:1 gegen Mexiko) und 2022 (1:2 gegen Japan) geben?
Dieses Mal nicht. Die deutsche Mannschaft zeigte eine Reaktion, kam durch Schlotterbeck (28.), Pavlovic (30.) und Sané (32.) zu guten Gelegenheiten. Vor allem Sané hätte das Tor machen müssen. Der eigenwillige Stürmer bot aber nicht nur wegen seiner vergebenen Chance, sondern auch mit einem uninspirierten Auftritt auf der rechten Außenbahn seinen Kritikern wieder eine Angriffsfläche.
Immerhin beruhigte Schlotterbeck mit seinem ersten Tor im DFB-Dress, das er mit seinem üblichen Muskel-Jubel feierte, nach Ecke von Nathaniel Brown die Gemüter. Apropos Brown. Der Frankfurter Linksverteidiger, einer von fünf WM-Debütanten, zeigte mit einer guten Leistung, warum er laut Bild-Zeitung für über 50 Millionen Euro vor einem Wechsel zum FC Bayern steht.
Spätestens mit dem verwandelten Foulelfmeter von Havertz kurz vor der Pause waren die Sorgen der vielen deutschen Fans vor einem WM-Fehlstart dahin. Es war der fünfte verwandelte Strafstoß im sechsten Versuch des Mannes vom englischen Meister FC Arsenal. Zuvor war Nmecha gefoult worden. Der Dortmunder war damit quasi der Mann der ersten Hälfte und nach seiner Verletzungspause ein echter Gewinn.
Die beruhigende Pausenführung brachte dem viermaligen Weltmeister die Sicherheit im Spiel. Und es ging in der zweiten Halbzeit gleich optimal weiter. Nach Pass von Kimmich traf Musiala aus spitzem Winkel. Ein Tor, das dem Fußball-Künstler auf dem Weg zurück zu alter Stärke helfen sollte, bevor ihn Nagelsmann sicherheitshalber vom Feld nahm.
Damit war das Duell zwischen dem jüngsten (Nagelsmann/38 Jahre) und ältesten Trainer (Dick Advocaat/78) bei dieser WM entschieden. Sané ließ eine weitere Großchance liegen (63.). Besser machte es Brown nach Zuspiel des eingewechselten Deniz Undav, der sich auch noch in die Torschützenliste eintrug. Nagelsmann nutzte das klare Ergebnis, um einigen Spielern wie Antonio Rüdiger und Leon Goretzka noch einige WM-Minuten zu ermöglichen.
Havertz traf sogar kurz vor Schluss gleich nochmal. Damit war der zweithöchste WM-Sieg neben dem 7:1 gegen Brasilien beim WM-Triumph 2014 perfekt. Lediglich beim 8:0 gegen Saudi-Arabien waren die DFB-Kicker 2002 noch treffsicherer. Damals ging es am Ende bis ins Finale.
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